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Der blog zur geplanten Dachsanierung

5 lange Monate... (26.09)

Wer kennt es nicht - das Sommerloch...?

Aber es geht voran, langsam aber stetig! Im August gab es ein Vor-Ort-Treffen mit meinem Architekten und meiner Expertin für Brandschutz, da haben wir den Masterplan für ein persönliches Gespräch im Bauamt gemacht.

Fazit: Der Fluchtweg durch das Haus und den Stall ist unrealistisch, daher bieten wir eine weitere Außentreppe an. Es braucht einen kleinen Vorraum zum Treppenhaus (Bilder folgen), damit es sich um eine geschlossene Nutzungseinheit handelt.

Und wir bieten drei Szenarien an, wie die Decke unter dem Probenraum brandschutztechnisch in Schuss gebracht werden kann.

Das Gespräch ist gelaufen, alle waren wochenlang im Urlaub und nun gibt es tatsächlich ganz konkrete Infos aus dem Bauamt. Eine Brandwarnanlage ist nicht genehmigungsfähig, wir gehen also auf die Ertüchtigung (Umbauung) der freiliegenden Stahlträger und machen eine Heißbemessung der Decke, um ihr eine bestimmte (F30) Feuerwiderstandsfähigkeit nachzuweisen. Die Löschwasserversorgung ist mehr als gewährleistet, das war noch ein kritischer Punkt!

Das soll nun tatsächlich in den nächsten 1-2 Wochen passieren und damit ist der letzte Schritt zum fertigen Bauantrag genommen. Der Architekt hat alle Unterlagen soweit fertig, die Unterlagen vom Brandschutz kommen noch dazu und dann wird das Ding eingereicht. Ich bin gespannt!!!

Ach so: Ich konnte es nicht glaube, aber ich habe tatsächlich von der AktivRegion im Kreis Steimburg die Zusage einer Förderung erhalten, einzige Bedingung ist natürlich die Baugenehmigung. :-)

Der blog zur geplanten Dachsanierung

2 Monate und nichts passiert...? (09.04.)

Nicht ganz - aber es fühlt sich so an!

Nach zahlreichen Telefonaten mit meinem Architekten haben wir nun einen Plan erstellt, wie wir die Baugenehmigung erwirken wollen. Es gab mittlerweile sogar positive telefonische Gespräche zwischen meinem Architekten und dem Kreisbauamt. Unser Eindruck ist, dass das Bauamt grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber unserem Plan ist - mal sehen was am Ende die entscheidenden SachbearbeiterInnen tun.

Weil es im Bauamt keine Unterlagen zu meinem Haus gibt - wurde mir Bestandsschutz gewährt, das ist doch schon mal ein freundliches Entgegenkommen. Trotzdem müssen wir alles, was ein Neubau braucht, neu erstellen. So haben wir also jetzt einen Brandschutznachweis in Auftrag gegeben.

Eigentlich brauche ich auch einen Bauzeichner, der das komplette Haus vermisst und zeichnet - das habe ich kurzerhand mal in Eigenregie versucht und dafür sogar das GO meines Architekten bekommen - drei Bilder dazu seht ihr hier.

Crazy - das Angebot für mein Dach ist nun auch da, sodass ich jetzt endlich aktiv werden kann. Ich werde einen Antrag auf Förderung bei der Investitiosbank Schleswig-Holstein stellen, die Baumaßnahmen für freie Kulturstätten fördern. Bei mir ergibt sich durch die Dachsanierung natürlich eine deutlich größere Nutzbarkeit über das ganze Jahr, wodurch mehr MusikerInnen von dem Raum und seinen Möglichkeiten profitieren können. Wenn alles gut läuft, kann ich dieses Jahr vielleicht schon anfangen - wer hätte das gedacht....?

Gibt's auch mal gute Nachrichten? (12.02.)

Nun ja, nachdem mir das Kreisbauamt mitgeteilt hat, dass bei einer regelmäßigen Nutzung des Probenraums mit mehr als 99 Personen das Ganze als Sonderbau nach §67 der Landesbauordnung zu genehmigen ist (mehr Auflagen, strengere Vorgaben.....), muss ich mir mal Gedanken machen, ob das realisitisch ist.

Aber es gibt auch gute Nachrichten - nach einem erfreulichen Telefonat mit dem Gemeindebürgermeister hat der mir seine volle Unterstützung zugesagt und wird versuchen, direkt im Bauamt ein gutes Wort für mich einzulegen.

Gestern Abend war dann auch das erste, persönliche Gespräch mit einem Architekten, der sich nun nicht vor der Aufgabe scheut. Er sieht erst mal keine ernsthaften Gründe, warum mein Antrag auf Umnutzung abgelehnt werden sollte - trotzdem hat er mehrfach betont, dass wir sehr stark auf das Wohlwollen des Kreisbauamts angewiesen sein werden - am Montag wird es dort die ersten, echten Gespräche geben.

Mein Treppenbauer (ihr erinnert euch - meine illegale Treppe...) kümmert sich um eine Statik für die Treppe und in der nächsten Wohe freue ich mich auf einen Termin mit einer Firma für Brandschutz, die mir hoffentlich einen Brandschutznachweis erstellen.

Wie der neue Giebel aussehen könnte, habe ich im Bild mal versucht darzustellen - Proben und Arbeiten mit tollem Blick!

Teil 2 - Wo sind die Unterlagen...? (07.02)

Nun gibt es Klärung zu der Fragen, ob es ein Vor- oder Nachteil ist, dass das Bauamt keinerlei Unterlagen zu meinen Haus hat. Und wie war es anders zu erwarten - es ist ein Nachteil!

Für das Bauamt gibt es mein Haus quasi gar nicht, ich muss also alle Punkte der Bauvorlagenverordnung (BauVorlVO) in meinem Bauantrag komplett neu erstellen lassen:
  • Auszug aus der Liegenschaftskarte - kein Problem
  • die Bauzeichnungen
    • Grundrisse
    • aller Geschosse, Einzeichnung der Treppen, Öffnungsmaße aller Fenster und Türen, Räume für die Aufstellung von Feuerstätten (Heizung...?)
    • Schnitte - meine Güte, was es da alles gibt...
    • Gründung des Gebäudes
    • Anschnitt der Geländeoberfläche
    • Höhenlage mit Bezug auf das Höhenbezugssystem
    • Raumhöhen
    • Verlauf der Treppen
    • Wandhöhen
    • Dachhöhen und Neigungen
  • Ansichten der baulichen Anlage unter Angabe von Baustoffen und Farben, Geländeoberfläche und das Straßengefäle
  • Bau- und Betriebsbeschreibung
  • Nachweis der Standsicherheit: Für den Nachweis der Standsicherheit sind eine Darstellung des gesamten statischen Systems sowie die erforderlichen Konstruktionszeichnungen, Berechnungen und Beschreibungen vorzulegen
  • Natürlich muss ich auch die Tragfähigkeit des Baugrunds nachweisen.
  • Nachweise über Wärme-, Schall-, und Erschütterungsschutz
  • Brandschutznachweis, Brandverhalten der Baustoffe, Feuerwiderstandsfähigkeit der Bauteile
Und schon jetzt habe ich Respekt vor dem ersten Gespräch mit einem Architekten und der dort wohl entstehenden Rechnung.

Warte mal - Standsicherheit? Ich muss dem Amt beweisen, dass der Baugrund, auf dem dieses Haus seit 100 Jahren nahezu rissfrei steht, auch standfest ist...?

Und wofür noch mal das ganze Spektakel...? - ach ja, für ein Gebäude, das seit 100 Jahren an Ort und Stelle steht und für das (wer auch immer) die Unterlagen verschlampt. Und dafür, dass auf irgendeinem Formular ein Kreuz von der landwirtschaftlichen Nutzung weggesetzt wird.
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Kennt ihr schon das deutsche Baugesetzbuch (BauGB)? (05.02.)

Da gibt es nämlich nicht nur die Landesbauordnung, sondern auch das "wichtigste Gesetz des Bauplanungsrechts in Deutschland. Seine Bestimmungen haben großen Einfluss auf Gestalt, Struktur und Entwicklung des besiedelten Raumes und die „Bewohnbarkeit“ der Städte und Dörfer." (Quelle: Wikipedia)

Und natürlich gibt es auch hier im ersten Abschnitt "Zulässigkeit von Vorhaben" einen eigenen Paragraphen zum "Bauen im Außenbereich" - perfekt, meine Pflichtlektüre.

Ein Vorhaben ist demnach zulässig, wenn man Landwirtschaft macht, gartenbauliche Erzeugnisse macht, Elektrizität, Gas, Wärme o.ä. erzeugt, an Windenergie oder Kernenerige zu friedlichen Zwecken forscht und einige weitere Punkt. Wohnen oder Kultur steht erst mal nicht auf der Tagesordnung - ah warte - doch, Absatz 2:

"Sonstige Vorhaben können im Einzelfall zugelassen werden, wenn ihre Ausführung oder Benutzung öffentliche Belange nicht beeinträchtigt."

Da ist nur die Frage, wer entscheidet das "können" und was genau sind die öffentlichen Belange?

Absatz 4 wird nun endlich konkret, da wird über die Änderung der bisherigen Nutzung geschrieben. Hervorragend, alles Punkt, die bei mir voll zutreffen:

  • das Vorhaben dient einer zweckmäßigen Verwendung erhaltenswerter Bausubstanz
  • die äußere Gestalt des Gebäudes bleibt im Wesentlichen gewahrt
  • die Aufgabe der bisherigen Nutzung liegt nicht länger als sieben Jahre zurück
  • das Gebäude ist vor mehr als sieben Jahren zulässigerweise errichtet worden
Hm, da es im Bauamt keine Unterlagen gibt, woher weiß ich nun, dass mein Haus vor 100 Jahren zulässigerweise errichtet wurde...?

Und wo sind die Unterlagen...? (02.02.)

Ich bin fleißig dabei, alle möglichen Unterlagen zu sammeln, bisher lief das ganz gut! Liegenschaftskarte, Grundrisse und Schnitte aus einer schlechten Kopie des Bauplans von 1915, Infos zur illegalen Treppe...

Und ein potentielles Juwel habe ich gefunden - mein Haus- und Hof-Maurer hatte mir geraten, einen Statiker zu beauftragen, bevor ich für private Projekte den Probenraum nutzen. Gesagt, getan. Das Ergebnis sehr ihr rechts - ob die 36-seitige Statik zur "Nutzungsänderung der Decke über EG als Musik-Probenraum" schon ausreicht.....?

Und auch das Bauamt hat weitere Infos für mich: Trotz 4-Augen-Prinzips und noch mal extra Nachsehen habe man unter meiner Adresse nur Unterlagen zum Nachbargrundstück gefunden, Wassernutzungsplan, Genehmigung einer Güllegrube, alles nicht zu mir gehörig - Fazit: es gibt zu meinem Haus keine Unterlagen, außer eines Grundrisses zum Heizungsraumanbau von 1973. Mal sehen, ob sich das als Vor- oder Nachteil für mich herausstellt...?

Und was noch? Ach ja - meine geplante Architektin hat leider abgesagt, das Projekt ist zu aufwendig, nun habe ich die vorhandenen Unterlagen an einen weirteren, vielversprechenden Partner geschickt.
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Fluchtwege braucht das Land (30.01.)

So, aktuell ist es zwar recht ruhig, aber ich nutze die Zeit und studiere mit dem nötigen Ernst und einer Portion Humor die Landesbauordnung (LBO). Ein besonderer Blick lohnt sich auf jeden Fall in die § 34-36 und §38.

Ich brauche also im §34 zwei Rettungswege, die sich gegenüberliegen. Der erste muss eine "notwendige" Treppe sein, die passende Definition für "notwendige" Treppe findet sich dann in §36:

1. Die Treppe muss einen Treppenraum haben - ach ne, doch nicht, wenn sie eine Außentreppe ist und ausreichend sicher ist (wer entscheidet ausreichend?) und im Brandfall nicht gefährdet werden kann - hm...
2. Der Weg vom Innenraum zur Treppe darf nicht mehr als 35m sein - zum Glück sind es nur 17m.

Puh, geschafft - ein Blick in die Versammlunsstättenverordnung (VStättVo) verrät dann noch, dass die Breite einer Treppe bei Versämmlungsräumen unter 200 Besucherplätzen nur 90cm breit sein muss - Check - mein Schmuckstück in den Fotos schafft 120 (noch illegale) cm!!

Die andere Treppe in die Diele ist leider nur 75m breit, da muss dann vermutlich ein neuer, zweiter Rettungsweg her. Zum Glück hält die LBO auch hier ein Ass im Ärmel: Der zweite Rettungsweg kann "über eine mit Rettungsgeräten der Feuerwehr erreichbare Stelle der Nutzungseinheit führen." Super - also ein Fenster zum Garten.

Und schwupps kommt §38 ins Spiel - der sagt, dass ein Fenster als Rettungsweg 0,90x1,20m groß sein und maximal 120cm über dem Fußboden sein muss. Dann schaut mal in den Fotos, wie das aussehen kann.
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Einfach mal ne Treppe ans Haus stellen....? (25.01.)

Im Mai 2019 habe ich von einem Fachbetrieb eine tolle, 120cm breite, feuerverzinkte Stahltreppe an meinem Haus aufstellen und anbauen lassen, damit Menschen gut in den Probenraum gelangen können. In meiner Anfrage zur offiziellen Nutzung des Probenraum - Stichwort Baugenehmigung - habe ich transparent kommuniziert und auch ein Bild der schon vorhandenen Treppe geschickt.

Ja und...? Wusstet ihr nicht? Die zuständige Bauaufsichtsbehörde hat mich nun darauf hingewiesen, dass ich im Zuge der geplanten Umnutzung auch die "Legalisierung des Anbaus der Außentreppe" durch einen bauvorlageberechtigten Entwurfsverfasser erledigen sollte.

Und ich dachte schon, dass es reichen würde, wenn ich alle 8 Punkte der in §35 Landesbauordnung für Treppen aufgeführten Punkte berücksichtige.... Nene, auch zum Aufstellen einer Treppe muss ein vollständiger Bauantrag mit Nachweis einer Statik, Brandschutz, Eignung des Bodens etc. pp. usw. eingereicht - und jetzt natürlich nachgereicht werden.
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Aller Anfang ist....... (24.01.2022)

So Leute, ich nehme euch ab heute mit auf eine sicher sehr spannende Reise!
In den letzten Wochen ist die Idee geboren, das Dach und den Giebel meines Probenraums zu erneuern. Als wichtige Kulturstätte an der Westküste in SH versuche ich nun, aus verschiedenen Töpfen eine Förderung zu generieren. Warum? Mit einer Dämmung und einer Photovoltaik-Anlage kann ich Ensembles im Land diesen einmaligen Raum auch im Winter zu fairen Konditionen anbieten und so die kulturelle Vielfalt im Land stärken.

Also los gehts:
Die Gedanken kreisen und so überlegen wir viele Ideen hin und her, ein paar Fotos gibt es auch dazu.

Erster Termin mit zwei sehr kompetenten MitarbeiterInnen der AktivRegion Steinburg und dem Büro für Regionalentwicklung. Erster Knackpunkt: Hast du schon einen Bauantrag gestellt?

Ich: Nein, das Haus steht ja schon - und ab geht die wilde Fahrt.

Weil dieses Haus bzw. der Probenraum 1915 als landwirtschaftliches Gebäude (Heuschober) gebaut wurde, darf man es gar nicht offiziell als Probenraum nutzen. Es muss also ein Umnutzungsantrag her. Da denke ich mir doch: Allles klar, den Raum gibt es ja schon, ich will ihn nur statt als Heuschober als Probenraum nutzen, kein Problem. Da wird ein Kreuz in irgendeiner Akte geändert und fertig. Ach neeeee - wir sind in Deutschland. Nach meiner Anfrage beim Kreisbauamt ist klar, ich brauche eine vollständige Baugenehmigung. Hä? Und was muss ich jetzt machen?

Ich schon mal gar nicht!
Ein Architekt oder "bauvorlageberechtigter Entwurfsverfasser" muss u.a. folgende Dinge vorlegen: Liegenschaftkarte, Bau- und Betriebsbeschreibung, Nachweis der Standsicherheit, weitere bautechnische Nachweise, Nachweis des Brandschutzes, Angaben über gesicherte Erschließung von Wasser- und Energieversorgung und Abfallentsorgung - dazu Bauzeichnungen und Schnitte im Maßstab 1:100 u.a. von Grundrissen, Öffnungsmaßen der Türen und der Rettungswege, Anschnitt der Geländeoberflöche, lichte Räumhöhen, Wandhöhen, Dachneigung, Verlauf der Treppen und dazu müssen noch die Bauprodukte und Bauarten und Rohbaumaße aller Fenster angegeben werden. Außerdem wichtig: In den Bauzeichnungen sind die Zeichen und Farben der Anlage 1 zu verwenden.

Und denke mir an meinem ersten Tag, an dem ich mich ernsthaft mit diesem Thema beschäftige: Warte, das Haus steht doch schon seit 100 Jahren da - ich will doch nur ein paar Musikern ein Dach über dem Kopf bieten.......

Und nun?
Ich warte auf einen Termin mit einer Architektin, auf einen Termin mit einem Energieberater und auf die ersten Angebote, damit ich mit der Bank über das Vorhaben sprechen. Aber zuerst muss ein Bauantrag her - der dann auch noch genehmigt werden muss - seid gespannt!!
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